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kleiner Einblick

 

 

Vero KAa´s Blog

 

Quelle: Fb, unbekannt

 

 

 

 









Geschichte des Tages.   25. Mai 2017

 

Sommerzeit

 

Mein Radiowecker meldete sich prompt wie das Amen in der Kirche und riss mich unbarmherzig aus meinem Traum. Nur unwillig öffnete ich die Augen. Ne, oder? Diese verflixte Sommerzeit! Ich möchte nur wissen, wem seine blöde Idee es war, sowas einzuführen! Sie stahl mir eine Stunde von meinen Träumen ..., dabei träumte ich doch so gerne. Wo bleibt mein Teenie-Leben? Wie eine Erwachsene funktionieren, so hieß die Devise für mich. Wollte ich das überhaupt? Kurze Antwort: »Nein!« Ich raffte mich aus meinem Bett, um mich wie ein Sack auf das Bettlacken zurückfallen zu lassen. ›Sommerzeit. Was für ein grässliches Wort‹, protestierte ich im Liegen. Herrje, was sucht eigentlich der Sommer im Monat März??? Zuerst kommt doch am 20. März der Frühlingsanfang und dann - erst im Juni - der Sommer. Steht das nicht für alle deutlich lesbar im Kalender? Energieeinsparung, vielleicht deshalb? Mein Dad… der springt ebenfalls nicht vor Begeisterung in die Luft. »Wir haben seit Jahr und Tag die gleichen Stromkosten«, schimpfte er besserwisserisch vor sich hin. Aber wer, außer wir, die Familie, hörte ihm zu? Er musste, genau wie ich, mit dem Strom schwimmen.

 

»Marla, bist du auf? Nicht trödeln, der Bus kommt pünktlich!«, flötete Josi durchs Haus. Sie wartete wie üblich morgens vor der Haustür. Josi… das ist meine zwei Jahre ältere Schwester. „Josefine die Streberin“, hänselten sie ihre Mitschüler. Mit ihren fast neunzehn Jahren stand sie kurz vor dem Abitur.

»Ok, bin gleich da! Schmiere mir freundlicherweise ein Brötchen mit Nutella! Bitte… Danke! «

Jeden Morgen der gleiche Trott. Bummeln half mir keine Spur, die Pflicht rief »Schule!« Ob ich wollte? Wen interessierte das! Ich raffte mich auf und trottete ins Bad. Heute nur Katzenwäsche, mehr war zeitlich nicht drin. »Kommt nach Schulschluss der schlaksige Marvin, um uns abzuholen?«, fragte ich Josi, die gerade folgsam ein Brot mit Schokocreme beschmierte. »Du bist die Beste!«, umarmte ich sie. Schnell packte ich das Vesper ein und folgte Josi zum Schulbus.

 

Flink suchte ich mir in der hintersten Sitzreihe einen Platz und lehnte den Kopf gegen die Fensterscheibe. Die Heizung lief auf vollen Touren, es war kuschelig warm, – wie war das nochmal mit der Sommerzeit?

Während der Fahrt igelte ich mich in meine dicke, flauschige Jacke und schloss die Augen. Das Rütteln des Busses wiegte mich behutsam in den Schlaf. Es dauerte nicht lange und mein Traum Marvin ergriff wieder Besitz von mir.

 

Ich mochte Marvin. Er fuhr einen rasanten gelben VW-Käfer und trug moderne Kleidung… eine Jeans mit schwarzer Lederjacke. Wenn ich ihn sah, meldete sich regelmäßig Herzklopfen. In meinen Träumen lag ich in Marvins Armen auf einer grünen Wiese. Wie er mich verliebt anschaute! Ich spürte wieder dieses Kribbeln im Bauch. Er mich wollte küssen …, doch dann - ein kurzer Ruck und der Bus, hielt an. »Marla, nur nicht die Augen öffnen!«, befahl ich mir. Mein Zweites Ich fragte: »Marla, wie soll das nur weitergehen?« Ich stöhnte und rief überlaut: »Woher soll ich das wissen?«

Meine Schwester, die neben mir saß, kniff mich in den Arm. »Marla, pennst du? Du hast im Schlaf gesprochen«.

                

© Copyright Vero KAa   

18.07.2017 

Hausnummer 25, Emma & Laura


Heute schrieb eine Leserin per WhatsApp... bin schon auf Seite 147. Das Buch liest sich sehr gut wie alle deine Bücher..Einmal etwas anderes .. Wie bist du auf diese Thema gestoßen? Ich musste beim lesen schmunzeln.. Ich kenne zwar die Welt der Schulen und Lesben nicht, aber ich finde du hast sie super in Szene gesetzt. Ich ziehe den Hut vor dir, dass du ein so immer noch heikles Thema gewählt hast. ich finde es super. 
Weiter. Fertig!!! Ein sehr schönes Buch. Tolle Geschichte, hat sich gut gelesen...BJ.

 


was lange dauert wird auch gut


jemand hat mir folgendes geschrieben:



Ich mag nicht über sexuelle Praktiken oder derartige Details lesen . das hat mich in der tat schockiert und muss ich nicht haben . sorry



man trifft halt nicht immer jeden Geschmack... aber das Leben ist bunt auch in einem 9 Familien Haus...

Ich freue mich, bebst Kritik auch schon die ersten fünf Sterne bekommen zu haben...Danke Liebe Carina...

 nun ja man trifft nicht immer jeden Geschmack mit seinem Roman.. so ist das Leben...bunt..




 

 



Leseprobe

 Hausnummer 

25 Teil 2

 Jan stand daneben und hielt mir die ausgesuchten Teile entgegen. Den Hosenanzug, der über Jans Arm hing, hatte ich sofort im Visier. Ich beugte mich gerade nach vorn, wollte nach ihm greifen, doch eine schrille, laute Stimme schreckte mich von meinem Vorhaben ab.

»Halt, Stopp!«, schrie von Weitem diese Stimme. Sie klang bedrohlich nach einem weiblichen General. Suchend schaute ich, wo dieser grelle Ton herkam. Dann sah ich in die Augen einer dürren, großen Blondine. ›Was für eine aufgetakelte Erscheinung‹, dachte ich, ›und diese fruchterregenden, langen Beine‹. Mit einem fordernden Blick musterte die Dame uns drei. Jan und Leon standen etwas abseits von mir. Sie steuerte auf die beiden zu. »Nur drei Stück zur Anprobe!« Schon hatte sie alle Kleidungsstücke in ihrem Besitz. Jan und Leon standen da wie zwei begossene Pudel. Leon räusperte sich und fragte: »Was soll das? Seit Jahren sind wir Stammkunden in diesem Modehaus. Allerdings in der Herrenabteilung. Hier wurden wir immer fündig und gut beraten!«

So eine blöde Pute‹, dachte ich, stand vom Sofa auf und wollte etwas sagen. In Gedanken hatte ich sie die Furie längst Giraffin getauft.

Sie stellte sich vor: »Gestatten, Isa Müller, Leiterin der Damenabteilung.«

Ich setzte mich wieder. Jan holte tief Luft. Ich sah ihm an, dass er gegen einen Lachanfall kämpfte. Er musterte Frau Müller. Ich nickte ihm zu.

Mein Gehirn verfasste schon einen Steckbrief, von dieser speziellen ›Lady‹.

Frau Müller, Größe zirka 1,85 m, mittelschlank, aufgequollene oder aufgespritzte rote Lippen. Zudem ein viel zu dick aufgetragenes Make-up. Die Haare ringsum kurz geschnitten, oben einen verlängerten Bürstenschnitt, in Farbe Feuerrot, passend zu ihren Lippen‹. Leon zwinkerte Jan und mir zu, als wollte er sagen: »Was für ein fürchterliches Styling!«

Isa Müller bemerkte unsere Mimik und Gestik. In einem ruhigen Ton, aber immer noch sichtlich nervös, drehte sie sich mir zu und fragte: »Was möchte die Dame denn anprobieren?« Dabei huschte sie mit ihrem vollgepackten Armen vor mir hin und her. Für ein höfliches Lächeln reichte es nicht. Ihre Körpersprache ließ deutlich eine Kaltherzigkeit erkennen, da nutzte ihr auch das Getue nichts.

»Oh, Sie meinen mich«, stellte ich süffisant fest, schaute mich dabei um, als wäre noch eine zweite Dame zugegen. Das Spiel gefiel mir, sollte doch Frau Müller denken, was sie wollte. Ich erhob mich in einem Schneckentempo vom Samtsofa, ich reckte und streckte mich erst mal richtig, faltete meine Hände zusammen, streckte nochmals die Arme aus und knackste mit den Fingern. Ich schob Frau Müller zur Seite, drehte mich zu meinen Freunden um und blinzelte ihnen zu. Frau Müller stand wie eine Statue da, steif ohne jegliche Reaktion. Ich hatte ihr den Rücken zugekehrt. Ruckartig drehte ich mich und strecke Frau Müller meine Hand entgegen.

»Gestatten, Prof. Dr. med. Emma Herber, Chefärztin im Klinikum Grunewald, Berlin.«

Das saß. Mit einem leichten Zucken im Gesicht sah sie mir direkt in die Augen.

»Gerne hätte ich Ihnen die Hand gereicht. Leider geht das nicht, Sie sind vollgepackt wie ein Esel. Jungs kommt, lasst uns gehen!«, ergänzte ich belustigt und bewegte mich ein paar Schritte Richtung Rolltreppe.

Die Statue erholte sich nun aus ihrer Starre. Zupfte nervös an den Kleidern, die über ihren Arm hingen, und räusperte sich.

»Nein, nein, entschuldigen Sie bitte«, kamen zu meinem Erstaunen, tatsächlich diese Worte über ihre knallroten Lippen. Ich drehte mich um. Frau Müller nickte mir zu und streckte mir die Kleiderauswahl entgegen.

Der Hosenanzug obenauf gefiel mit immer noch. Ich nahm ihn dieser blonden, langen Gestalt ab. Sorgfältig begutachtete ich ihn. »Was für ein feiner Stoff. Auch die Farbe, ein Mittelgrau spricht mich besonders an. Hose und Blaser gut geschnitten, dazu ein passendes silberfarbenes Top mit Perlenstickerei. Ganz nach meinem Geschmack.« Frau Müller witterte sofort ihre Verkaufschance. Ein Lächeln huschte ihr übers Gesicht.

»Kommen Sie!«, bat sie mich höflich. »Es ist der neueste Trend, die Farbe nennt man Betongrau«, schleimte sie, schob mich in Richtung Kabine, hängte die Auswahl an den Wandhaken und wollte den Vorhang zuziehen.

»Nicht so eilig!«, ereiferte ich mich, schaute zu Jan und Leon. Beide nickten mir zu und hatten sich aus ihrer Pudelstarre erholt. Sie waren über mein Auftreten perplex. So eine Vorstellung, Frau Müller gegenüber, hatten sie mir wohl nicht zugetraut. Diese Art von Direktheit, die ich an den Tag legte, schien ihnen zu gefallen, denn beide zeigten mir den Daumen hoch. Die hochgezeigten Daumen waren Frau Müller nicht entgangen. Sie setzte ein falsches Lächeln auf und presste ihre aufgedunsenen roten Lippen zusammen. Dabei wurde sie feuerrot im Gesicht, holte tief Luft und schluckte jeglichen Kommentar, der ihr sichtlich im Halse steckte, herunter.

»Emma zieh den Hosenanzug an, ich glaube, du wirst darin toll aussehen!«, bat mich Leon.

»Aber bitte, stehle uns nicht die Show, bei der Hochzeit!«, scherzte Jan und zog den Vorhang der Kabine zu.

Ich schaute nach der Größe, sie würde passen. Dabei fiel mein Blick auf das Preisetikett. Ich riss den Vorhang auf.

»Donnerwetter, was für ein stolzer Preis 478€!«       Seit ich mit Lara liiert war, hatte ich einige Kilos abgenommen. Die Größe 38 sollte mir passen. Aber der Preis machte mich unschlüssig.

Leon bemerkte es und stupste Jan an, der gleich reagierte: »Das gehört zu unserem Hochzeitslimit.«

»Schöööön!«, ich feixte. Dankbar sah ich meine Freunde an. Nun gab es für mich kein Halten mehr. Rasch schob ich den Vorhang zu und schlüpfte in Top und Anzug. Als ich aus der Kabine trat, gab es Beifall von allen Seiten. Selbst Frau Müller, sie hatte sich der restlichen Kleidungsstücke entledigt, klatschte. Sie schaute zwar noch etwas bedeppert, arrangierte sich aber kommentarlos. Ich verneigte mich vor Jan und Leon und ging rückwärts Richtung Kabine, zog den Vorhang auf, drehte mich um und stieß ein lautes »Oh!«, heraus. Vor mir stand eine wunderschöne in weiß gekleidete Braut, mit langem pechschwarzem Haar. Ihre großen rehbraunen Augen schauten mich warmherzig an. Sichtlich irritiert, stammelte ich: »Entschuldigung, falsche Kabine!«, trat zurück und zog den Vorhang wieder zu. Wie in Trance ging ich in die Kabine nebenan. Mit einem Schlag war ich stocknüchtern. Gut, dass hier ein Hocker stand. Meine Knie waren weich wie Butter. Ich musste mich setzen. Was für eine Erscheinung! Ein reizender Anblick, der sich mir geboten hatte. Welchen Liebreiz diese junge Frau im Brautkleid ausstrahlte. Überwältigt schloss ich meine Augen, wollte diesen Moment festhalten und meine Gedanken nicht von diesem Augenblick lösen. Dieser Moment brannte sich in mein Gehirn. Das Blut jagte mir durch die Adern. Ich fühlte mich beschwingt, vergaß, wo ich war.

Frau Müller rüttelte ungeduldig am Vorhang, und stammelte: «Alles ok bei Ihnen?«

Emma, Emma‹, dachte ich und öffnete meine Augen. »Aber ja, noch einen Moment bitte!«, brachte ich mühsam hervor. Meine Verwirrung hielt noch an. Ich holte tief Luft, sprang vom Hocker, zog mich schnell um und trat aus der Kabine. Ein kurzer Blick nach nebenan. Die Umkleide war schon leer. »Schade!«, seufzte ich. Zu gerne hätte ich nochmals einen Blick aus diesen Augen erhascht.

 

 

 

 


Geschichte des Tages   08.04.2017


Beobachtung

 

In der Stadt war verkaufsoffener Sonntag. Ich war auch dort. In der Fußgängerzone herrschte dichtes Gedränge. Die Menschen schoben sich regelrecht von Geschäft zu Geschäft. Das war nicht mein Ding. Ich suchte mir ein sonniges Plätzchen in einem Straßencafé, saß solo an einem Tisch. Die Kellnerin brachte den von mir bestellten Eiscafé. Hier gefiel es mir. Gegenüber auf der anderen Seite gab es eine italienische Eisdiele. Dort hätte ich noch lieber gesessen, aber der sonnige Platz im Straßencafé war zu verlockend. Außerdem hatte ich hier einen wunderbaren Beobachtungsposten. Und ich liebte es, Menschen zu beobachten. Wie sie miteinander lachten und redeten. Sich aus dem Weg gingen und wieder aufeinander zustürmten.

Eine Frau mit Kinderwagen und einem etwa achtjährigem Mädchen kam auf der anderen Straßenseite des Weges. Sie steuerten die Eisdiele an. Beide, Mutter und Kind von gewichtiger Figur. Das Mädchen bekam seine Kugel Eis in einer Tüte. Die Mutter genehmigte sich eine große Portion mit Sahne in einem Becher.

Während sie das Eis löffelte, schob sie langsam den Kinderwagen in meine Richtung. Das Mädchen folgte ihr. Sie kamen bei mir vorbei. Traurig schaute das Mädchen auf das Eis der Mutter, dann auf seine Tüte, die schon fast leer war. Ich hatte den Eindruck, dass es etwas sagen wollte. Vielleicht fragen, es noch ein Eis bekam. Die Mutter schaute ihre Tochter mit einem strengen Blick an.

»Du weist, was der Doktor gesagt hat.«

Das Mädchen errötete und schwieg. Seine Mutter hatte es gestoppt, bevor es etwas hatte fragen oder sagen können.

Jemand rempelte die Mutter an. Ihr Becher mit dem Eis, fiel zu Boden. Alles landete direkt auf ihren Schuhen. Nun lachte das Mädchen herzhaft.

»Lach nicht«, schalt die Mutter.

Ich konnte spüren, wie sauer sie war. Sie hob den Zeigefinger und fuchtelte damit in der Luft herum und runzelte ihre Stirn dabei. Es sollte für das Mädchen drohend wirken.

Doch, das Mädchen drehte sich zu mir. Ich sah ein Grinsen in ihrem hübschen Gesicht. Ich zwinkerte ihr zu und grinste zurück.

              

Mein Feedback an die Mutter:

Liebe Mutter. Irgendwer hat wohl das Schicksal deines Eisbechers gelenkt. Vermutlich wollte das Schicksal dir sagen, dass du als Mutter Vorbild sein solltest. Auch für dich hätte ein kleines Eis gereicht und gesünder wäre es auf jeden Fall.

   

© Vero KAa   April 2017  

  


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