Vero KAa´s Blog

 

Quelle: Fb, unbekannt

 

 

 

 

 

 





Freiheit

Im Lexikon und Duden,

begann ich nach diesem Wort zu suchen.

Wie definiert man Freiheit,

was bedeutet dieses Wort?

Frei zu sein an einem anderen Ort?

 

Freiheit – 1955

das Wort aus acht Buchstaben

 

1955 die Bedeutung für mich:

 

F= Flucht mit Familie in meinen Kindertagen.

      Niemand begann mich nach meiner Meinung zu       

      fragen.

 

R= Recht auf ein freies Leben, war für mich unbekannt,

      die Eltern zogen mit mir in ein fremdes Land.

 

E= Eltern, sie hatten einfach die Wahl für mich getroffen,

     auf ein besseres Leben, begannen sie zu hoffen.

 

I= Interesse: raus aus der DDR, war ihr Interesse,

     Österreich war ihr Ziel mit neuer Adresse.

 

H= Heimat, Verwandte, Freunde, hatte ich verlassen,

      das Wort Freiheit, begann ich zu hassen.

 

E= Eltern getrennt, wenn auch nur für kurze Zeit,

      lebte ich mit Mutter in Österreich.

 

I= Interesse das Ziel Freiheit, wo wahr es geblieben?

    Vater lebt in der DRD, getrennt von seinem Lieben.

 

T= Traurigkeit suchte Platz in meinem Herzen.

     Die Sehnsucht nach Vater, begann zu schmerzen.

 

Zum Schluss Flüchtlingslager

     

Jahre vergehen….

 

Freiheit 2015

 

Das Wort Freiheit.

Ich denke an die Kinder der Flüchtlinge.

Gefühle, Emotionen, Gedanken kommen zu Tage.

Was hat sich geändert?

Mir fehlt die Antwort auf diese Frage.

 

Freiheit:

 

F = Flucht: der Menschen

 

R = Recht auf ein freies Leben

 

E = Einsamkeit in Hülle und Fülle

 

I = Illegal, ohne Hoffnung

 

H = Heimat so fern

 

E = Einsamkeit ohne Perspektive

 

I = Inhaltslose Tage

 

T = Tiefpunkte des Daseins

 

Zu Schluss:

Flüchtlingsunterkunft /Abschiebung

 

 

Vero KAa   2016

                                                                       

 




Geschichte des Tages.   25. Mai 2017

 

Sommerzeit

 

Mein Radiowecker meldete sich prompt wie das Amen in der Kirche und riss mich unbarmherzig aus meinem Traum. Nur unwillig öffnete ich die Augen. Ne, oder? Diese verflixte Sommerzeit! Ich möchte nur wissen, wem seine blöde Idee es war, sowas einzuführen! Sie stahl mir eine Stunde von meinen Träumen ..., dabei träumte ich doch so gerne. Wo bleibt mein Teenie-Leben? Wie eine Erwachsene funktionieren, so hieß die Devise für mich. Wollte ich das überhaupt? Kurze Antwort: »Nein!« Ich raffte mich aus meinem Bett, um mich wie ein Sack auf das Bettlacken zurückfallen zu lassen. ›Sommerzeit. Was für ein grässliches Wort‹, protestierte ich im Liegen. Herrje, was sucht eigentlich der Sommer im Monat März??? Zuerst kommt doch am 20. März der Frühlingsanfang und dann - erst im Juni - der Sommer. Steht das nicht für alle deutlich lesbar im Kalender? Energieeinsparung, vielleicht deshalb? Mein Dad… der springt ebenfalls nicht vor Begeisterung in die Luft. »Wir haben seit Jahr und Tag die gleichen Stromkosten«, schimpfte er besserwisserisch vor sich hin. Aber wer, außer wir, die Familie, hörte ihm zu? Er musste, genau wie ich, mit dem Strom schwimmen.

 

»Marla, bist du auf? Nicht trödeln, der Bus kommt pünktlich!«, flötete Josi durchs Haus. Sie wartete wie üblich morgens vor der Haustür. Josi… das ist meine zwei Jahre ältere Schwester. „Josefine die Streberin“, hänselten sie ihre Mitschüler. Mit ihren fast neunzehn Jahren stand sie kurz vor dem Abitur.

»Ok, bin gleich da! Schmiere mir freundlicherweise ein Brötchen mit Nutella! Bitte… Danke! «

Jeden Morgen der gleiche Trott. Bummeln half mir keine Spur, die Pflicht rief »Schule!« Ob ich wollte? Wen interessierte das! Ich raffte mich auf und trottete ins Bad. Heute nur Katzenwäsche, mehr war zeitlich nicht drin. »Kommt nach Schulschluss der schlaksige Marvin, um uns abzuholen?«, fragte ich Josi, die gerade folgsam ein Brot mit Schokocreme beschmierte. »Du bist die Beste!«, umarmte ich sie. Schnell packte ich das Vesper ein und folgte Josi zum Schulbus.

 

Flink suchte ich mir in der hintersten Sitzreihe einen Platz und lehnte den Kopf gegen die Fensterscheibe. Die Heizung lief auf vollen Touren, es war kuschelig warm, – wie war das nochmal mit der Sommerzeit?

Während der Fahrt igelte ich mich in meine dicke, flauschige Jacke und schloss die Augen. Das Rütteln des Busses wiegte mich behutsam in den Schlaf. Es dauerte nicht lange und mein Traum Marvin ergriff wieder Besitz von mir.

 

Ich mochte Marvin. Er fuhr einen rasanten gelben VW-Käfer und trug moderne Kleidung… eine Jeans mit schwarzer Lederjacke. Wenn ich ihn sah, meldete sich regelmäßig Herzklopfen. In meinen Träumen lag ich in Marvins Armen auf einer grünen Wiese. Wie er mich verliebt anschaute! Ich spürte wieder dieses Kribbeln im Bauch. Er mich wollte küssen …, doch dann - ein kurzer Ruck und der Bus, hielt an. »Marla, nur nicht die Augen öffnen!«, befahl ich mir. Mein Zweites Ich fragte: »Marla, wie soll das nur weitergehen?« Ich stöhnte und rief überlaut: »Woher soll ich das wissen?«

Meine Schwester, die neben mir saß, kniff mich in den Arm. »Marla, pennst du? Du hast im Schlaf gesprochen«.

                

© Copyright Vero KAa   


Geschichte des Tages   08.04.2017


Beobachtung

 

In der Stadt war verkaufsoffener Sonntag. Ich war auch dort. In der Fußgängerzone herrschte dichtes Gedränge. Die Menschen schoben sich regelrecht von Geschäft zu Geschäft. Das war nicht mein Ding. Ich suchte mir ein sonniges Plätzchen in einem Straßencafé, saß solo an einem Tisch. Die Kellnerin brachte den von mir bestellten Eiscafé. Hier gefiel es mir. Gegenüber auf der anderen Seite gab es eine italienische Eisdiele. Dort hätte ich noch lieber gesessen, aber der sonnige Platz im Straßencafé war zu verlockend. Außerdem hatte ich hier einen wunderbaren Beobachtungsposten. Und ich liebte es, Menschen zu beobachten. Wie sie miteinander lachten und redeten. Sich aus dem Weg gingen und wieder aufeinander zustürmten.

Eine Frau mit Kinderwagen und einem etwa achtjährigem Mädchen kam auf der anderen Straßenseite des Weges. Sie steuerten die Eisdiele an. Beide, Mutter und Kind von gewichtiger Figur. Das Mädchen bekam seine Kugel Eis in einer Tüte. Die Mutter genehmigte sich eine große Portion mit Sahne in einem Becher.

Während sie das Eis löffelte, schob sie langsam den Kinderwagen in meine Richtung. Das Mädchen folgte ihr. Sie kamen bei mir vorbei. Traurig schaute das Mädchen auf das Eis der Mutter, dann auf seine Tüte, die schon fast leer war. Ich hatte den Eindruck, dass es etwas sagen wollte. Vielleicht fragen, es noch ein Eis bekam. Die Mutter schaute ihre Tochter mit einem strengen Blick an.

»Du weist, was der Doktor gesagt hat.«

Das Mädchen errötete und schwieg. Seine Mutter hatte es gestoppt, bevor es etwas hatte fragen oder sagen können.

Jemand rempelte die Mutter an. Ihr Becher mit dem Eis, fiel zu Boden. Alles landete direkt auf ihren Schuhen. Nun lachte das Mädchen herzhaft.

»Lach nicht«, schalt die Mutter.

Ich konnte spüren, wie sauer sie war. Sie hob den Zeigefinger und fuchtelte damit in der Luft herum und runzelte ihre Stirn dabei. Es sollte für das Mädchen drohend wirken.

Doch, das Mädchen drehte sich zu mir. Ich sah ein Grinsen in ihrem hübschen Gesicht. Ich zwinkerte ihr zu und grinste zurück.

              

Mein Feedback an die Mutter:

Liebe Mutter. Irgendwer hat wohl das Schicksal deines Eisbechers gelenkt. Vermutlich wollte das Schicksal dir sagen, dass du als Mutter Vorbild sein solltest. Auch für dich hätte ein kleines Eis gereicht und gesünder wäre es auf jeden Fall.

   

© Vero KAa   April 2017  

  


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